GRÜNE brechen Wahlversprechen - unsere Kundgebung gegen die Tübinger Affenversuche vom 12. Mai 2012

Seit vielen Jahren betreiben drei Tübinger Institute - das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, das Hertie-Institut sowie das Institut für Zoologie - sog. Spitzenforschung an lebenden Rhesusaffen. Dabei handelt es sich um Grundlagenforschung, die primär der wissenschaftlichen Neugier dient. Ein Nutzen für menschliche Patienten ist nicht erwiesen. Unser Bericht zur Demo...

Seit vielen Jahren betreiben drei Tübinger Institute - das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, das Hertie-Institut sowie das Institut für Zoologie - sog. Spitzenforschung an lebenden Rhesusaffen. Dabei handelt es sich um Grundlagenforschung, die primär der wissenschaftlichen Neugier dient. Ein Nutzen für menschliche Patienten ist nicht erwiesen. Die hochintelligenten und empfindsamen Affen werden u. a. wochenlang in sog. Primatenstühlen fixiert, in denen sie sich nicht bewegen können. Von der ehemaligen schwarz-gelben Landesregierung wurde dies mit Berufung auf die im Grundgesetz verankerte "Lehr- und Forschungsfreiheit" stillschweigend hingenommen, wobei den Anforderungen des Tierschutzes, der seit 2002 ebenfalls im Grundgesetz verankert ist, keinerlei Rechnung getragen wurde. Die GRÜNEN versprachen zur letzten Landtagswahl 2011 das Ende dieser sinnlosen Tierversuche. Im Koalitionsvertrag wurde sogar explizit vereinbart, Tierversuche landesweit auf die allernotwendigsten Fälle zu reduzieren.


Nun suchten Vertreter der Ärzte gegen Tierversuche das Gespräch mit Landtagsabgeordneten der GRÜNEN und mussten erkennen, dass die Landesregierung keinerlei Ambitionen hegt, an den grausamen Umständen für die Tiere irgendetwas zu ändern, da sie das Exzellenzcluster CIN (Centre for Integrative Neuroscience) der Eberhard-Karls-Universität Tübingen begründen und die Universität sich um weitere Fördermittel bemüht. Dass die Uni zur "Eliteuniversität" ernannt wird, ist also offensichtlich auch für die grün-rote Landesregierung ein wichtigeres Ziel als die ethisch eindeutig gebotene Verhinderung unnötigen, massiven Leidens.
 

Wir sind sehr unglücklich über diese Entwicklung und machten es uns daher zur Pflicht, ein deutliches Zeichen in Richtung der verantwortlichen Regierungsparteien zu setzen. So platzierten wir uns gut gelegen am Pflasterbrunnen der Kronprinzstraße und informierten vorbeigehende Passanten über die grausamen Zustände in den Tübinger Tierversuchslabors. Als wichtigstes Material dienten für diese Kampagne speziell zugeschnittene Postkarten mit Ministerpräsident Kretschmann als Adressat, die zahlreich angenommen und vor Ort unterschrieben worden waren. Darüber hinaus erregte die Primatenstuhl-Konstruktion mit einem als Orang-Utan verkleideten und angeketteten Aktivisten große Aufmerksamkeit. Als Filmmaterial standen uns die Dokumentation "Tod im Labor" der Ärzte gegen Tierversuche e. V. sowie weitere Dokumentationen zur Verfügung. Ergänzt wurde die vielfältige Aktion durch aktives Flyern sowie einer langen Plakatreihe gegenüber unserem Infotisch.

Insgesamt 25 Aktivisten von Act for Animals e. V., Tierrechtsinitiative Region Stuttgart und Einzelpersonen unterstützten die sehr erfolgreiche Kundgebung. Teilweise nahmen die Teilnehmer weite Wege auf sich, unter anderem aus Krefeld und dem Schwarzwald, wofür wir sehr dankbar sind.

Natürlich ist die Kampagne mit dieser Demonstration nicht zu Ende. Unsere Postkarten sowie die Flyer können im Downloadbereich bezogen werden. Auf Anfrage schicken wir das Material auch sehr gerne zu. Darüber hinaus setzen die Ärzte gegen Tierversuche e. V. ihre bekannte Unterschriftenaktion fort - die entsprechende Liste ist ebenfalls bei uns verfügbar. Wir bitten unsere Leser, diese Möglichkeiten wahrzunehmen und bundesweit für ein baldiges Ende aller Tierversuche einzutreten.