CIN Gespräch eine Lobbyveranstaltung

Anstehendes CIN-Gespräch zum Thema Tierversuche mit dem Titel "Tiernutzung in der biomedizinischen Forschnung: eine verdrängte Notwendigkeit?" ist eine Lobbyveranstaltung.

Am Montag den 24. Juni lädt das CIN zu einem Gespräch ein:
http://www.uni-tuebingen.de/uploads/media/13-06-04_CIN_Gespraech.pdf

Gerade in der Universitätsstadt Tübingen, in der an gleich drei Instituten Grundlagenforschung an Resusaffen betrieben wird, stößt das Thema Tierversuche bei vielen Menschen auf offene Ohren. Durch ein öffentliches CIN-Gespräch mit dem Titel „Tiernutzung in der biomedizinischen Forschung: eine verdrängte Notwendigkeit?“, wird versucht, die schwierige Situation der Forscher, nämlich die Legitimierung einer bis jetzt ergebnislosen Grundlagenforschung, zu verbessern.

Um ein geschlossenes Bild von „heilsamen Tierversuchen“ und damit eine weitreichende Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen, wurden bis auf eine Ausnahme ausschließlich Personen eingeladen, die entweder selbst Tierversuche durchführen oder davon profitieren.

So zum Beispiel Prof. Dr. Peter Thier, seines Zeichens selbst Tierexperimentator, der die Sicht der Patienten vertreten soll. Ethische Erwägungen sollen von Dr. Dr. Karin Blumer, eine Lobbyistin der Novartis AG, beleuchtet werden. Um den Gesamteindruck nicht zu stören und den Mythos von „heilsamen Tiermodellen“ in der Forschung aufrecht zu erhalten, wurde kein einschlägiger Tierrechtler zur Diskussion eingeladen. Auch Dr. Cornelie Jäger, Landesbeauftragte für Tierschutz, welche eine vermittelnde Rolle einnimmt, kritisiert dieses Vorgehen.

Es braucht nicht viel, um diese Diskussionsrunde als Werbeveranstaltung der Tierversuchsindustrie zu enttarnen. Unter dem Deckmantel gesellschaftlicher Diskussion versucht man hier den größten beiden Pharmakonzernen und Auftraggebern von Tierversuchen Covance Laboratories GmbH und Novartis AG unkritisiert Raum zu geben, um Werbung für Tierversuche zu machen. Laut BMELV wurden 2011 in Deutschland 2,91 Millionen Tiere für Tierversuchszwecke missbraucht.