24 Stunden im Kastenstand

Eine selbstlose Aktivistin harrte einen Tag und eine Nacht in einem Kastenstand aus, um auf das schreckliche Schicksal von Muttersauen aufmerksam zu machen, welche einen Großteil ihres Lebens in jenen körperengen Kastenständen verbringen müssen.

Den zahlreichen Passanten bot sich auf dem Tübinger Holzmarkt vom 24. auf den 25. Juli ein ungewohnter Anblick. Unsere Aktivistin saß 24 Stunden in einem ausrangierten Kastenstand, um so in die Öffentlichkeit zu tragen, unter welchen Bedingungen Muttersauen leben müssen, welche während ihrer Schwangerschaft und darüber hinaus in körperengen Metallgittern gefangen gehalten werden. Über den Tag hinweg konnten wir unzählige Flyer verteilen und kamen über die Aktion mit vielen neugierigen Menschen ins Gespräch. Dabei ist immer wieder offensichtlich, dass die überwiegende Mehrzahl der Menschen, sobald sie erfahren, was den Tieren in der Fleischindustrie widerfährt, ins Nachdenken kommt und ihnen das Schicksal der Tiere nah geht.

Zum Hintergrund: In Schweinezuchtbetrieben werden Muttersauen zur „Ferkelproduktion“ missbraucht. Dabei werden die sensiblen und intelligenten Tiere in Kastenstände gesperrt, in denen sich die Tiere nicht einmal um die eigene Achse drehen können und durch die Enge und Monotonie regelrecht verrückt werden. In den Kastenständen findet die künstliche Besamung statt. Kurz vor der Geburt werden die Tiere in „Ferkelschutzkörbe“, ebenfalls körperenge Metallkäfige, verbracht, in denen sie ihre Babys bekommen. Diese bekommen die Zähne abgeschliffen, die Schwänze kupiert und die männlichen Ferkel werden kastriert. All diese Vorgänge, welche der Schweinemast vorausgehen, finden ohne Betäubung statt und sind von solcher Grausamkeit, dass unverständlich ist, wie eine Gesellschaft überhaupt dulden kann, dass systematisch derartige Gewalt gegen Tiere ausgeübt wird.

Dabei ist es so einfach, dies zu beenden. Indem der Fleischkonsum reduziert und schließlich immer mehr Menschen Fleisch gänzlich von ihrem Speiseplan streichen, erfahren die Tiere indirekt ihre Rettung, da sie schlicht nicht mehr in dieser massenhaften Anzahl nachgezüchtet werden, wie dies derzeit der Fall ist. Um dies aber zu erreichen, müssen noch mehr Menschen erfahren, was wirklich in der Tierindustrie passiert – wobei die 24-Stunden-Kastenstandaktion ein großartiger Schritt in die richtige Richtung war!